Flüchtlinge und Arbeit

Viele Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie die Flüchtlinge selbst fragen sich, ob und in welcher Form Flüchtlinge beschäftigt werden dürfen.

Arbeitserlaubnis

Ob und unter welchen Bedingungen Flüchtlinge arbeiten dürfen, hängt maßgeblich von ihrem aktuellen Aufenthaltsstatus ab. Ersichtlich ist der Status im sogenannten Aufenthaltstitel. Zukünftige Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber benötigen zur Dokumentation auf jeden Fall eine Kopie des Aufenthaltstitels oder einer anderen Bescheinigung, aus der die Arbeitserlaubnis hervorgeht.

Nachfolgend werden die Eckpunkte der Beschäftigungsregelungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer,  Auszubildende sowie Praktikantinnen und Praktikanten dargestellt:

Arbeitnehmerstatus

StatusZugangsbedingungen
als Asylberechtigter anerkannt/dauerhaftes
Bleiberecht
Keine; die Aufenthaltserlaubnis gilt als uneingeschränkte Arbeitserlaubnis
Aufenthaltserlaubnis aufgrund eines Abschiebe-
Verbots ins Herkunftsland
ausdrückliche Arbeitserlaubnis der Ausländer-behörde erforderlich
Aufenthaltsgestattung aufgrund des laufenden
Asylverfahrens/Duldung nach abgelehntem Asylgesuch; Abschiebung ausgesetzt, z. B. aus humanitären Gründen
Arbeitserlaubnis der Ausländerbehörde frühestens drei Monate nach Meldung des Asylgesuchs oder
Ausstellung der Aufenthaltsgestattung - meist als eingeschränkte Beschäftigungserlaubnis/nur mit Zustimmung der Ausländerbehörde und der örtlichen Agentur für Arbeit*
* Die örtliche Agentur für Arbeit führt eine Vorrangprüfung durch. Hierbei gelten Deutsche, EU-Bürger und anerkannte Flüchtlinge als “bevorrechtigte Arbeitnehmer”. Die Vorrangprüfung entfällt nach 15-monatigem Aufenthalt in Deutschland. Nach vierjährigem Aufenthalt entfällt auch die Zustimmung der Agentur für Arbeit.

Betriebliche Ausbildung/Praktikum*

StatusZugangsbedingungen
als Asylberechtigter anerkannt oder Aufenthalts-erlaubnis (s. o.)Keine
AufenthaltsgestattungAusbildungs-/Praktikumsbeginn nach drei Monaten
DuldungAusbildungs-/Praktikumsbeginn sofort

* Keine Zustimmung der Agentur für Arbeit erforderlich. Seit August 2015 sind Praktika bis zu drei Monaten Dauer sowie die Teilnahme an einer Einstiegsqualifizierung oder Berufsausbildungsvorbe-reitung von der gesetzlichen Mindesttohnzahlung ausgenommen.

Stand Oktober 2015