Sachspenden für die Erstaufnahmeeinrichtung

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Sachspenden für die Erstaufnahmeeinrichtung

Wir haben gerade die Nachricht erhalten, dass der Container wohl schon voll ist. Offenbar werden momentan keine Spenden mehr entgegengenommen.

Allen Spendenwilligen empfehlen wir, erst einmal auf neue Nachrichten zu warten, bevor sie sich zu den Kasernen begeben.

Spenden für die Erstaufnahmeeinrichtung

Sachspenden für die Erstaufnahmeeinrichtung

Wer gerne Sachspenden für die neu angekommenen Asylsuchenden abgeben möchte, hat heute und morgen Gelegenheit dazu. Auf dem Parkplatz von den Kasernen ist ein Container aufgestellt. Von 14 bis 18 Uhr werden dort Spenden entgegengenommen. Laut der Tageszeitung Die Rheinpfalz werden hauptsächlich folgende Dinge benötigt:

 

Für Frauen und Männer und Kinder:

  • Gut erhaltene Oberbekleidung
  • Schuhe
  • Socken
  • Handschuhe
  • Mützen
  • Schals

außerdem:

  • Babywäsche
  • Reisetaschen
  • Kinderwagen
  • Rucksäcke
  • Bettwäsche
  • Handtücher
  • Robustes Kinderspielzeug
  • Malstifte, Malblöcke
  • Fußbälle
  • ein Basketballkorb
  • Kinderbücher
  • englischsprachige Literatur
  • Wörterbücher arabisch-deutsch

Öffnungszeiten des Spenden-Containers

26/27.9.2015

14 – 18 Uhr

 

Informationsveranstaltung in der Sporthalle Speyer-Nord

Begegnung fördert Akzeptanz

 

Informationsveranstaltung in der Sporthalle Speyer-Nord zum Thema

Aufnahmeeinrichtung für Asylsuchende (AfA)

 

Kurpfalzkasernen

 

 

Die Tribüne in der Sporthalle Speyer-Nord war berstend voll. So mancher, der wegen der Parkplatzsuche zu spät gekommen war, bekam nur noch einen Stehplatz. Ein bunt gemischtes Publikum quer durch alle Gesellschaftsschichten erfuhr von Oberbürgermeister Eger, dass zurzeit etwa 380 Flüchtlinge in verschiedenen Gemeinschaftsunterkünften und Privatwohnungen untergebracht sind. Und nun wird also auf dem Bundeswehrgelände eine Erstaufnahmeeinrichtung entstehen.

Inzwischen werden überall im Bundesland solche Außenstellen von Trier errichtet. Frau Gottstein, Staatssekretärin von Rheinland Pfalz, zählte verschiedene Städte auf, Kusel Diez, Hermeskeil, Birkenfeld seien noch in Arbeit. In Speyer liefen die Vorbereitungen schneller, da man in Kasernen einziehen könne, die bis vor kurzem noch genutzt wurden. Das Land brauche Kapazitäten, erklärte sie, da jeden Tag 300 bis 400 neue Flüchtlinge hinzukämen. Vorerst solle das Gelände als eine Außenstelle von Trier betrieben werden. Langfristig sei Speyer aber als eigenständige Einrichtung geplant. Erst einmal für fünf Jahre. Aber wer weiß das schon, fragt sie ins Publikum. Eine solche Einrichtung biete für eine Kommune auch Chancen. Bis zu 90 neue Arbeitsplätze werden geschaffen. Der Stadt entstehen dabei keine Kosten. Die Erstaufnahmeeinrichtungen werden komplett aus Landesmitteln finanziert. Auch die Kaufkraft steigere sich, da die Flüchtlinge wöchentlich 33 Euro bekämen und sicher in den hiesigen Geschäften einkaufen würden. Und letztlich werde man die Lebensmittel für die Einrichtung aus der Gegend beziehen.

Frau Prof. Dr. Weiß, Abteilungsleiterin im Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen ist mit der Planung der Flüchtlingsunterkünfte beauftragt. Sie erklärte, seit August sei die Zahl der Flüchtlinge aus dem Balkan merklich zurückgegangen. Inzwischen kämen die meisten Menschen aus Syrien, Irak und Afghanistan. Aber auch aus Afrika würden immer wieder Asylsuchende zu uns finden.

 

Info-V-AfA

 

Sie zählte auf, welche Dienste Schritt für Schritt in der AfA eingerichtet werden sollen.

Medizinische Versorgung für Untersuchungen hinsichtlich ansteckender Krankheiten, Behandlung von Verletzungen, Impfungen.

Für Kleinkinder und Kinder sollen Spielstuben eingerichtet werden, in denen sie auch schon an die deutsche Sprache herangeführt werden.

Für die schulpflichtigen Kinder soll Unterricht innerhalb der Anlage stattfinden.

Sozialdienste werden sowohl vom Staat als auch von freien Trägern für Beratung und Betreuung angeboten

Auch Nicht-Regierungs-Organisationen (Pro Asyl, Amnesty International etc.) und Kirchen sind vor Ort.

Die ersten Sprachkurse für Erwachsene finden statt und die berufliche Qualifikation wird erfasst.

Eine Außenstelle des BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) wird es geben, denn die Asylanträge werden ausschließlich durch diese Behörde bearbeitet.

Zusätzlich wird auch jemand von der örtlichen Ausländerbehörde anwesend sein.

Das DRK (DRK Vorderpfalz und Kreisverband Speyer), das die Organisation und Versorgung der Einrichtung übernimmt, ist nun damit beschäftigt, Wohnstätten vorzubereiten. Am Donnerstag (24.9.) sollen die ersten 130 Flüchtlinge eintreffen.

Das DRK bittet, in den ersten Tagen von Spenden abzusehen, bis die organisatorischen Arbeiten abgeschlossen sind.

Herr Weber, stellvertretender Polizeipräsident in Ludwigshafen wird die örtliche Polizeiinspektion um insgesamt 10 Mitarbeiter aufstocken. Damit soll die Sicherheit der Speyerer Bürger gewährleistet werden. Auch auf dem AfA-Gelände wird Polizei präsent sein. Er weist aber darauf hin, die Erfahrungen in Trier zeigten, dass kein Anstieg der Kriminalität zu erwarten sei.

Zum Schluss berichtete Oberleutnant Mantey, von den 1200 Soldaten würden noch 300 in den Kasernen wohnen, aber der Standort sei bis spätestens Ende Dezember geräumt.

Im zweiten Teil der Veranstaltung konnten Speyerer Bürger Fragen stellen. Es gab einige Bürger, die einen Run auf den einzigen Supermarkt in der Nähe befürchten. Oder sie erwarten überfüllte Busse, wegen der fehlenden Infrastruktur. Es gäbe in dieser Richtung erfahrungsgemäß kaum Probleme, erklärte Frau Gottstein. Die Supermärkte hätten mancherorts ihr Angebot sogar ausgeweitet, was auch der restlichen Bevölkerung zugutekam. Auch überfüllte Busse seien nicht zu befürchten. Die Flüchtlinge würden das Geld für die Verkehrsmittel eher sparen und einen Fußmarsch in Kauf nehmen.

Andere waren skeptisch, ob es nicht eine ähnliche Entwicklung wie in Ellwangen gäbe, wo die Einrichtung hoffnungslos überbelegt ist. Auch da beruhigten die Podiumsteilnehmer: Wir sind hier in Rheinland Pfalz nicht in Baden Württemberg.

Ein Vorschlag kam aus dem Publikum: Veranstaltungen sollten organisiert werden, wo sich die Kulturen gegenseitig bekannt machen. Für einen Syrer erschlössen sich die deutschen Verhaltensweisen auch nicht immer. OB Eger war dafür offen und teilte mit, er stehe mit der Universität in Germersheim schon in Kontakt, die solche Kurse anböte.

Es gab auch einige kritische und skeptische Stimmen, Fragen, aus denen man klar die Ängste heraus hörte. Können wir das schaffen? Wird unser System nicht irgendwann kollabieren? Wie viele Asylsuchende wollen wir noch aufnehmen? Frau Gottstein ermutigte dazu, die Begegnung mit Flüchtlingen zu suchen. Erst wenn sie ein Gesicht haben, erkennen wir sie als Menschen, die Schreckliches durchgemacht haben. Erst dann begreifen wir, dass wir ihnen helfen müssen.