Gemeinsame Radtour

Hoch zu Rad erkundet der Biker Club mit Flüchtlingen Speyer und Umgebung

 

Die Gruppe aus Biker Club, Flüchtlingen und interessierten Speyrern bricht zur Tour auf
Die Gruppe aus Biker Club, Flüchtlingen und interessierten Speyrern bricht zur Tour auf

 

Am frühen Samstagmorgen ließ sich auf der Maximilianstraße ein reges Treiben vernehmen, als NextBike 20 Fahrräder vor das „Tor zur Pfalz“ lieferte. „Nanu“, mag sich da der ein oder andere Speyrer gefragt haben, während die auffällig blauen Räder aufgereiht wurden.

Doch die Drahtesel wurden nicht ohne Grund geliefert, sie dienten dem guten Zweck: Am 10. Oktober stand die Saisonabschlussfahrt des Biker Clubs Speyer an, zu der Hans-Dieter Becker und der Vorstand der Fahrradfreunde auch Flüchtlinge eingeladen hatten, denn schon Ernest Hemingway wusste: „Beim Radfahren lernt man ein Land am besten kennen, weil man dessen Hügel empor schwitzt und sie dann wieder hinuntersaust.“IMG_1407
Nachdem die zur Verfügung gestellten Räder und Helme an die jungen Menschen aus Albanien, Iran und Syrien verteilt wurden, ging es zum offiziellen Start der Tour auf das Vereinsgelände der Kleingärtner.
Die herzlichen Begrüßungsworte des Vorstands waren schnell ins Englische und Arabische übersetzt und es konnte fröhlich in die Pedale getreten werden. „Ohje, 30 Kilometer… Das letzte Mal Rad gefahren bin ich vor 10 Jahren!“ Doch die Bedenken der jungen Albanerin waren unbegründet. In gemächlichem Tempo ging es zunächst Richtung Otterstadt und schließlich am Rheindamm entlang zur Einkehr nach Berghausen.
Die erfahrenen Clubmitglieder im gelben Trikot, die die Gruppe aus Flüchtlingen, interessierten Bürgern und den Bikern leiteten, sicherten die Straßenkreuzungen für die Truppe ab – zum Leidwesen einiger Autofahrer. „Das Hupen sind wir Biker schon gewohnt“, lacht Hans-Dieter Becker.

Die Radfahrer in Aktion
Die Radfahrer in Aktion

Beim gemeinsamen Mittagessen kam man ins Gespräch und konnte Raderfahrungen austauschen. „Auch in Syrien gibt es eine Fahrradkultur, wenn auch nicht so wie hier. Fast jeder Syrer hat ein Fahrrad, aber Fahrradhelme und Radwege sieht man in meiner Heimatstadt Damaskus nicht“, so der 19-jährige Ahmet, der es mit seinem Radeltempo durchaus mit den Bikern aufnehmen konnte.
Nachdem der Hunger bekämpft war trotzte man den kühlen Herbsttemperaturen und schwang sich wieder in den Sattel. Doch die Strecke steckte einigen ungeübten Radlern in den Knochen, sodass man sich hier und da mit gegenseitigem Anschieben aushalf.

Zurück auf dem Vereinsgelände trafen sich die unterschiedlichen Fahrradgruppen zum gemeinsamen Ausklang wieder. Während die Trekking-Gruppe auf eine respektable Strecke von 30 Kilometern kam, legte die Radrenngruppe mal eben 80 Kilometer zurück. „Vielleicht schaffen wir das ja auch mal. Aber für den Anfang waren 30 Kilometer ja nicht schlecht. Wir sind froh und dankbar, dass der Biker Club uns eingeladen hat und den schönen Tag organisiert hat“, freut sich ein junger Iraner.
Und das Fazit der Biker? „ Es war eine sehr schöne Tour, mit sehr disziplinierten Radlern! Gerne seid ihr alle am 16. April zu unserer Saisoneröffnungsfahrt eingeladen, es hat sehr viel Spaß mit euch gemacht.“